Muster meiner Seele - das Ehrlichste, was ich zu bieten habe! Aus handwerklicher Sicht muss ich wohl zugeben, dass ich nicht malen kann. Es ist auch nicht mein Ziel mit erlernten Techniken und geübtem Geschick künstlerische Meisterwerke zu erstellen. Ich male, weil es mir ein Gefühl von Freiheit verschafft. Eine Freiheit, die ich nicht in Worte zu fassen vermag. Ich lasse meiner Kreativität einfach freien Lauf und so fließen alle meine Gefühle, Gedanken, Empfindungen, ja mein ganzes Bewusstsein in die Bilder ein. Ich denke nicht darüber nach, wie das fertige Bild aussehen soll. Wie ein Kind, dass sich mit seiner Umwelt auseinander setzt, in dem es Bilder malt. Ich bezeichne meine Seele als Vorlage meiner Werke und erfreue mich immer wieder aufs Neue an ihrer Vielfältigkeit. |
KUNSTKRITIK FÜR DEN KÜNSTLER MARKUS FREDE
„Kreativität ist nicht das Aufsuchen einer Mitte zwischen Chaos und Ordnung, sondern das Finden einer höheren Ordnung, die in der Tat allerdings die teilweise Auflösung vorhergehender Ordnung voraussetzt.“
Was wäre, wenn in der Betrachtung der Bilder des Künstlers Markus Frede sich ihre vorhergehende Ordnung teilweise auflöst? Das ist dann ihre Kreativität. Ihre neue Ordnung der Bildbetrachtung. Und vielleicht stellen sie sich überhaupt die Frage, was ihre Ordnung der Bildbetrachtung ausmacht, wie ihre Ordnung ist.
Seit den 80er Jahren hat sich die die konzeptuelle Kunst immer mehr durchgesetzt – konzeptuelle Kunst, die vor allem auf ein Konzept, einer Idee aufgebaut ist, wo das ästhetische Empfinden in Zusammenhang mit Konzepten steht, die auf den ersten Moment manchmal gar nicht verständlich sind. Konzeptuelle Kunst hat insofern der Kunst zu einem großen Sprung verholfen, denn nicht der erste Eindruck des Kunstwerkes, das, was allgemein als Gefallen ode Missfallen bezeichnet wird, ist ausschlaggebend für die Konzeptkunst, sondern eben ein Konzept, eine Idee, die hinter dem Kunstwerk steht. Diese Konzepte setzen oft eine sehr eingehende Auseinandersetzung mit dem Kunstwerk voraus, ohne die sie das Kunstwerk überhaupt nicht verstehen können. Damit erreichen sie ein Ziel der konzeptuellen Kunst. Sie stellen sich die Frage: Was ist Kunst? Ulrich Tragatschnig beantwortet die Frage nach dem Wesen (konzeptueller) Kunst: „Gerade konzeptuelle Kunst, die de facto nicht von jedermann als „Kunst“ identifiziert und rezipiert wird, macht das evident und kann deshalb einer Untersuchung von Interpretationsparadigmen trefflich als Beispiel dienen.“ Jede analytische Definition muss versagen, wenn die von ihr angeführten Merkmale des Eplicandums von niemanden gesehen werden. Was heißt das? Kunst muss gesehen werden, um als Kunst identifiert zu werden. Die Identifikation und Interpretation des Kunstwerkes macht das Kunstwerk. Das Interpretationsparadigma -welch mythisches Wort!- ist ihre Ordnung. Interpretation bedeutet Auslegung und diese Auslegung hängt einzig und allein von ihrer Ordnung der Bildbetrachtung ab. Dies war im Mittelalter genauso. Der einzige Unterschied ist der, dass es im Mittelalter keinen Zweifel gab, ob etwas ein Kunstwerk war oder nicht. Doch im Mittelalter und auch in allen vorhergehenden und darauffolgenden Epochen unterlag das gesamte Weltbild einer anderen Ordnung, nicht nur die Bildbetrachtung. Damit wird klar, dass Kunst und Kunstwerke in einen historischen Rezeptionsprozess eingebunden sind, der heute mehr denn je, das Kunstwerk als solches überhaupt erst identifiziert. Kunst und Kunstwerke sind Produkte der Zeit und der Kultur der jeweilgen Zeit. Die großen Künstler waren immer schon der Zeit voraus. Der Künstler Markus Frede ist es auch. Paradigmenwechsel schlägt er vor. Nicht das Konzept seiner Bilder, sondern der erste Eindruck beim Betrachten seiner Bilder, spricht uns an. Mich persönlich erinnern die Bilder des Künstlers Markus Frede im ersten Eindruck an ein Zitat des Künstlers Marc Chagall: „Wenn man in einem Bild ein Symbol entdeckt, so habe ich das nicht gewollt. Es ist ein Ergebnis, das ich nicht gesucht habe. Es ist etwas, was sich hinterher findet und was man nach seinem Geschmack deuten kann.“ Leuchtende Farben und dynamische Formen bewirken Bilder, die der Künstler Markus Frede mit „Muster der Seele“ umschreibt. Sie sprechen uns in ihrer Bildlichkeit an, nicht über ein Konzept. Die Muster und Symbole, die wir sehen, erzeugen ein analytisches Interpretationsparadigma von Bildern der Seele, kein Ergebnis, sondern eine neue Ordnung des Verständnisses von den Mustern der Seele. Die „Muster der Seele“ erzählen von einer Bewegung und Wandlung in lebhaften Farben und lebendigen Formen. Die Symbole, die wir in den Bildern des Künstlers Markus Frede finden, sind ein Hauch von dem, was Seele sein kann, denn die Seele ist für mich persönlich ein Konzept, das im Grunde vollkommen leer ist – ātman – und sich in den „Mustern der Seele“ wandelt. Die großen Künstler waren immer schon der Zeit voraus. Der Künstler Markus Frede ist es auch. “Muster der Seele“ erwecken Bilder, in der das Kunstwerk in die Zukunft blickt und ein Interpretationsparadigma und Symbol der Seele bilden. Dott.ssa Margit Strobl Kunsthistorikern eingetragene Schätzerin Landesgericht Bozen, 538/U/2006 |